Altersdiskriminierung: Grundgesetz soll umformuliert werden

Die Altersdiskriminierung ist auch bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aktuell ein zentrales Thema. So will diese Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes dahingehend ändern, als das der Begriff „Alter“  in der Aufzählung von Benachteiligungen mit eingefügt wird.

Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes lautet derzeit noch wie folgt:

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, sprach sich für eine Aufnahme des Alters im Artikel 3 aus. So teilte sie mit, dass eine Aufnahme eine „naheliegende und sehr sinnvolle Ergänzung“ sei. Zudem sei bereits in den Verfassungen Schwedens, der Schweiz und Finnlands eine derartige Regelung verankert. In Deutschland ist dies bisher jedoch noch nicht umgesetzt worden, was äußerst bedauerlich sei, wie sie mitteilte.

Weiterhin hatte eine Studie ergeben, dass fast jeder fünfte Bürger sich angesichts seines Alters vor allem auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt fühlt. So fühlten sich bereits 17 Prozent der Rentner und 34 Prozent der Schüler und Studenten schon einmal wegen ihres Alters diskriminiert. Dabei ist auffällig, dass gerade jüngere Menschen vermutlich mehr diskriminiert werden. Schuld daran seien nach Auffassungen von Experten die uneinheitlichen Gerichtsurteile und die nicht exakt formulierten Gesetzestexte. Experten fordern daher eine unabdingbare Neuformulierung des Grundgesetzes.

An der Umfrage hatten insgesamt 1.502 Personen ab 18 Jahren teilgenommen. Die Antidiskriminierungsstelle und die Bundesagentur für Arbeit wollen zudem künftig Unternehmen auszeichnen, in denen eine Altersdiskriminierung nicht spürbar bzw. vorhanden sei.

 Quelle: tagesschau.de

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